Bundeseliteauktion in Neumünster

Auszeichnung der Zucht Lohr mit dem Ehrenpreis des Landes Baden-WürttembergAuszeichnung der Zucht Lohr mit dem Ehrenpreis des Landes Baden-WürttembergDie Schweinezuchtverbände aus Schleswig-Holstein (SHZ), aus dem Rheinland (LRS), aus Baden-Württemberg (SZV) und der ehemalige Verband in Niedersachsen (NEZ) haben gemeinsam mit der Landesanstalt für Schweinezucht in Boxberg und dem Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp ein länderübergreifendes Zuchtwertschätzverfahren entwickelt. Darüber hinaus sind in das neue Verfahren Zuchtbetriebe in Westfalen und in Bayern einbezogen. Die überregionale Zuchtwertschätzung ist inzwischen sowohl für die Mutter- als auch für die Vaterrassen vollständig umgesetzt und genießt bei den Züchtern ein Höchstmaß an Akzeptanz.

German Piétrain als Label

Als neue Dachmarke für Piétraineber, die auf Grundlage der überregionalen Zuchtwertschätzung entwickelt werden, wird das Label „German Piétrain" etabliert. Das Zuchtziel der gemeinsamen züchterischen Ausrichtung ist die Erstellung eines Passerebers mit Mastendprodukten, die sich durch ein Höchstmass an Homogenität, durch Wuchs und gute Zunahmen sowie durch hervorragende Schlachtkörperqualitäten bei günstiger Fleischbeschaffenheit auszeichnen. In diesem Zusammenhang soll der nachweislich generierte Zuchtfortschritt durch die Bündelung der Aktivitäten weiter forciert und durch neue, Ziel führende Merkmale ergänzt werden. In der Summe bringt das Label die Qualität zum Ausdruck, die Ferkelerzeuger, Mäster und Abnehmer von einem systematisch erstellten Endprodukteber fordern.

German Pietrain mit größter Piétrainpopulation

Als Basis der Zuchtwertschätzung führten die beteiligten Organisationen ca. 2.300 Stammsauen in einer Zuchtwertschätzung zusammen und halten somit die weltweit größte Piétrainpopulation. Jährlich werden ca. 1.800 Reinzuchttiere an 5 verschiedenen Prüfstationen in 4 Bundesländern geprüft. Ebenfalls zuchtwertrelevant werden künftig ca. 40.000 Mastendprodukte aus den Feldprüfungen, die auf Grundlage von German Pietrain-Ebern erzeugt werden, sein. German Piétrain arbeitet mit mehr als 30 verschiedenen Piétraingenealogien. Dieser Linienpool, der nahezu alle Blutlinien der Rasse Piétrain beinhaltet, wird zur Vermeidung von Inzuchtdepressionen genutzt, stellt den Züchtern für die Anpaarung eine größtmögliche Auswahlmöglichkeit zur Verfügung und bietet für die züchterische Selektion eine entsprechende genetische Varianz. Inzwischen werden auf Basis der gemeinsam geschätzten Zuchtwerte Jungeber überregional eingesetzt und parallel auf mehreren Prüfstationen geprüft. Neben einer stärkeren Verknüpfung der Populationen werden die Zuchtwerte sicherer geschätzt.

Bundeseliteauktion in Neumünster

Erstmalig wurde am 17. September durch die Deutsche Herdbuchzucht Schwein (DHS) eine bundesweit organisierte Eliteauktion veranstaltet, an der sich alle unabhängigen Züchtervereinigungen der deutschen Schweinezucht, die sich zum DHS formiert haben, teilnehmen konnten. Im Rahmen dieser Bundeseliteauktion wurde die züchterische Qualität und die Philosophie der Verbundpartner eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Insgesamt wurden im Rahmen dieser Veranstaltung von sieben unabhängigen Züchtervereinigungen 42 Piétraineber, 2 Duroceber, 3 Landrasseeber sowie 2 Large White-Eber präsentiert. Bei der Rangierung der Eber wurde in 3 Altersgruppen unterschieden, in denen jeweils 1a, 1b und 1c-Preise prämiert wurden. Die Bewertungskommission setzte sich aus 4 Zuchtleitern der beteiligten Verbände zusammen. Von den insgesamt neun prämierten Piétrainebern wurden 7 German Pietrains eingereit.

SZV mit überragender Kollektion

WACHOLDER-Sohn geht für 6100 € nach SpanienWACHOLDER-Sohn geht für 6100 € nach SpanienDer Schweinezuchtverband Baden-Württemberg war mit 13 Pietrainebern und einem Landrasseeber vertreten. Als Beschicker der Bundeselite traten die SZV-Mitglieder Hermann, Lefting, Lohr, Schwarz und Sommer auf. Bei der Gruppe der jüngeren Piétraineber stammten alle 3 Siegereber aus der BW*Kollektion. Den 1c-Preis erzielte die Katalognummer 44, ein bestens herausgebrachter Sohn des Bestandsebers MALER aus der Zucht von Remigius Lefting in Borken. MALER, der aus der leistungsstarken MUSTANG-Genealogie stammt führt derzeit die Hitliste der überregionalen Zuchtwertschätzung an und zeigt in allen Merkmalen weit überdurchschnittliche Werte. Der typvolle, reinerbige stressresistente Jungeber zeigte die rassetypische Trockenheit und eine ausgezeichnete Fleischfülle. Der Eber wechselte für 5.200 € zur GFS nach Ascheberg. Ein Halbbruder, die Nummer 41, wurde zu einem Steigpreis von 3.600 € ebenfalls von der GFS angekauft. Den 1b-Preis erzielte mit der Katalognummer 45 ein idealer Typeber aus der Zucht Lohr. Der WACHOLDER-Sohn hatte neben exzellenten Leistungsdaten ein fehlerfreies Exterieur aufzuweisen. Der Eber wurde von der spanischen Einkaufsorganisation Ge-PORK für 6.100 € angekauft.

Für den Wurfbruder machte sich der spanische Kunde ebenfalls stark und erwarb den Eber für 4.900 €. Der jüngste Eber der Veranstaltung, ein harmonischer Sohn des holsteiner Spitzenvererbers MASSO wurde vom Zuchtbetrieb Sommer in Unterhof vorgestellt. Der elegante Typeber wurde für 5.500 € von der Besamungsstation Abstetterhof erworben.

KURFÜRST unangefochten

KURFÜRST – der SiegereberKURFÜRST – der SiegereberBereits an der Bewertung stand fest, dass der wohl unangefochtene Spitzeneber der Veranstaltung ein besten herausgebrachter KRONPRINZ-Sohn sein wird. Der Eber hatte mit einer Eigenleistung von knapp 900g Lebenstagszunahme außergewöhnliche Werte aufzuweisen. Darüber hinaus handelte es sich um einen Eber, der das Zuchtziel nahezu ideal verkörpert.

Der Spitzeneber aus der Zucht der Familie Hermann in Nellingen wechselte für 6.500 € an die Eberstation Herbertingen und wird dort als KURFÜRST in den Einsatz gehen. Vom gleichen Zuchtbetrieb und ebenfalls vom Vererber KRONPRINZ stammte der !C-Preisträger der mittleren Klasse, die Katalognummer 29. Der voll bemuskelte NN-Eber wurde für 5.500 € von Ge-PORK ersteigert und geht nach Spanien.

EBRO gewinnt mittlere Gruppe

EBRO-Sohn – der Sieger der mittleren KlasseEBRO-Sohn – der Sieger der mittleren KlasseDen gleichen Käufer fand der Siegereber der mittleren Klasse. Ein reinerbig stressresistenter EBRO-Sohn aus der Zucht der Familie Lohr wurde aufgrund seiner tadellosen Erscheinung an die Spitze gestellt. Der junge Eber zeigt neben der rassetypischen Muskelfülle ein exaktes Fundament. Sein Vater EBRO steht als Top-Genetik-Vererber an der Eberstation Herbertingen und hat in der jüngeren Vergangenheit aufgrund seiner ausgezeichneten Leistungsvererbung auf sich aufmerksam gemacht.

PRACHT-Sohn mit 800g täglicher Zunahme

In der Gruppe der älteren Eber wurde ein massiger PRACHT-Sohn aus der Zuchtstätte Schwarz in Aglasterhausen mit dem 1c-Preis prämiert. Der enorm wüchsige Jungeber hat in der Eigenleistungsprüfung mit 805 g täglicher Zunahme ein Spitzenergebnis erzielt. Der mischerbig stressresistente Eber präsentierte sich extrem rahmig und harmonisch. Nach heftigem Bieten wechselte der Eber für 4.000 € an den Schweinezuchtverband Oberösterreich. Der 1b-Preisträger aus der Zucht von Carsten Rohwer in Schleswig-Holstein wurde für 3.800 € für die Eberstation Herbertingen erworben. Ein ebenfalls extrem rahmiger FLORETT-Sohn aus der Zucht Schwarz wurde für 3.000 € von der GFS in Ascheberg erworben.

Die SZV-Züchter in NeumünsterDie SZV-Züchter in NeumünsterDie Veranstaltung konnte den an sie gestellten, hohen Erwartungen gerecht werden. Sehr eindrücklich konnte das hohe Leistungspotential der deutschen Schweinezucht, insbesondere aber auch der German Pietrain dokumentiert werden. Die SZV-Zuchtbetriebe konnten bei den 13 präsentierten Jungebern ein Durchschnittsgebot von 4.240 € erzielen.